Recycelbare „Sonnenfänger“

von Lisa-Maria Ranacher

Alternative Energiegewinnung durch Photovoltaik kann den CO2-Ausstoß eines Landes deutlich reduzieren. Doch der Grat zwischen Umweltverbesserungen und neuerlichen Belastungen ist schmal: So werden veraltete Photovoltaikanlagen in der EU bis zum Jahr 2030 130.000 Tonnen Schrott erzeugen. Ein guter Zeitpunkt, sich näher mit dem Thema Photovoltaik-Recycling zu befassen.

 

Strom aus Sonnenlicht

Strahlender Sonnenschein und brütende Hitze – der Sommer 2015 liegt beinahe hinter uns und erfüllte in jeglicher Hinsicht unsere Erwartungen. Nicht nur EisverkäuferInnen und SchwimmbadbetreiberInnen waren im Einsatz, sondern auch Photovoltaikanlagen arbeiteten auf Hochtouren. Mithilfe von Sonnenenergie erzeugen die darin integrierten Solarzellen Strom. Dieser wird entweder in Solarspeichern gesammelt, dem eigenen Haushalt zugeführt oder ins örtliche Stromnetz eingespeist. Auf diese Weise konnten die ÖsterreicherInnen im Jahr 2014 ihre CO2-Emissionen um rund 660.000 Tonnen verringern. Doch was geschieht mit veralteten oder defekten Photovoltaikanlagen, die ihren Zweck nicht mehr erfüllen?

© pixabay

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Recycling von Photovoltaikanlagen

Seit 2012 unterliegt die Entsorgung von Photovoltaikanlagen nunmehr der EU-Richtlinie zum Recycling von Elektroschrott, die Hersteller dazu verpflichtet, ihre Anlagen kostenfrei einzusammeln und zu recyceln. An eigens dafür errichteten Stellen werden diese gesammelt und fachgerecht verwertet. Dazu werden zunächst Aluminium, Kabel und Elektronik von der Anlage entfernt und direkt recycelt. Ein chemischer Prozess ermöglicht daraufhin die Verwertung der größtenteils aus Silicium bestehenden Solarzellen: Bei Temperaturen über 600 Grad löst sich das Halbleitermaterial Silicium von anderen Materialien wie Kunststoff oder Glas ab.

Laut EU-Richtlinie müssen mindestens 85% der Photovoltaikmodule wiedereingesammelt und 80% wiederverwertet werden. Kleinere Photovoltaikteile können die BesitzerInnen eigenhändig entsorgen, die Abholung größerer Abfallmengen übernehmen die Hersteller.

 

Im Zeichen der Nachhaltigkeit

Schon der Herstellungsprozess einer Photovoltaikanlage ist vom Konzept der Nachhaltigkeit geprägt. Das Schutzglas sowie die unter einer Kunststoffschicht verborgenen Solarzellen aus Silicium sind wertvolle Rohstoffe, die wiederverwendet werden können. Summa summarum sind rund 95% einer Solaranlage recycelbar und liegen somit deutlich über dem von der EU vorgegebenen Wert. Die Verwendung recycelter Materialien beim Bau eines Photovoltaikmoduls kostet außerdem nur einen Bruchteil der Energie, die zur Herstellung einer komplett neuen Anlage nötig gewesen wäre.

Photovoltaikinstallationen und deren Recycling leiten somit nicht nur eine Ära der Nachhaltigkeit in die Wege, sondern werden in den kommenden Jahren auch einen zukunftsträchtigen Bereich für Forschung und Entwicklung darstellen. Wie der Recyclingprozess also noch optimiert werden könnte, wird die Zukunft weisen. Vielleicht schon früher, als wir denken!

neues Saubermacher-Headquarters ECOPORT © Saubermacher

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Weitere Informationen:
photovoltaik.org
de.solarcontact.com
re-online.info

 

 

 

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