Neue Chancen für den Biomüll

von Andreas

Moderne Technologien und innovative Ansätze sind aus der Entsorgungsbranche kaum mehr wegzudenken. Mittels modernster Technik lassen sich Recyclingquoten sukzessive steigern – doch allem voran stehen schlaue Köpfe, die derartige Entwicklungen mit langwieriger Forschungsarbeit überhaupt erst möglich machen.

Einer dieser klugen Köpfe ist Irene Schneider, die derzeit mit ihren Kollegen an der Universität Innsbruck an der erweiterten Nutzbarkeit von Bioabfällen arbeitet. Unter dem Titel „BioKasEn“ entwickelt die Truppe, die sich aus Experten aus den Bereichen Umwelttechnik und Mikrobiologie zusammensetzt, Lösungen zur Kaskadennutzung von Bioabfällen.

 

Was ist Kaskadennutzung?

Der Begriff bezeichnet die stufenweise, effiziente und nachhaltige Nutzung von Stoffströmen, also die schrittweise Verarbeitung sämtlicher wiederverwertbarer Materialen innerhalb eines Rohstoffkreislaufs. Die einzelnen Stufen werden Kaskaden genannt.

Bisher werden Bioabfälle und andere biogene Reststoffe hauptsächlich mittels Kompostierung oder Vergärung verarbeitet und die daraus gewonnenen Ressourcen (Kompost und Biogas) als Düngemittel oder Energielieferant eingesetzt. Höchst erfolgreich, wie das Forschungsteam der Uni Innsbruck findet. „Derzeit erfolgt bereits eine hochwertige Verwertung der Bioabfälle, aber eine Optimierung des Ressourcenmanagements kann unter anderem durch die stetig wachsende  kaskadische Nutzung von Stoffströmen, wie zum Beispiel auch von Bioabfällen, erfolgen.“, fasst Schneider ihren Forschungsansatz zusammen.

 

Neue Rohstoffquelle für Milchsäure

Konkret denkt sie dabei an eine zusätzliche Aufbereitung der Abfälle um die in den biogenen Reststoffen enthaltene Milchsäure zu extrahieren und zur Herstellung von Bio-Verpackungen sowie Kraft- und Schmierstoffen zu verwenden. Damit könnte die bisherige Verarbeitung um einige Stufen, also Kaskaden, erweitert und eine völlig neue Rohstoffquelle für Milchsäure erschlossen werden.

 

Kaskadennutzung-biomüll-infografik

 

 

Bisher hat das Projekt gezeigt, dass dies sowohl machbar, als auch ressourcenschonend ist. Nun gilt es, die derzeit noch auftretenden Probleme innerhalb des Prozesses zu lösen und die Effizienz des Verfahrenskonzepts zu steigern. Damit die Wertschöpfungskette auch in diesem Segment effektiver und effizienter geführt werden kann. Ganz im Sinne von Zero Waste.

 

Titelbild: Fotolia/Jürgen Fälchle

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