Feste ohne Reste

von Andreas

Sommerzeit ist Partyzeit. Die herrlichen Temperaturen laden förmlich dazu ein, Freunde und Familie einzuladen und im Garten bei einer gemütlichen Grillfeier zusammenzusitzen. Musikliebhaber kommen bei Festivals in allen Größenordnungen voll auf ihre Kosten und auch viele andere Veranstaltungen werden zu Open Airs. Zurück bleiben oft Unmengen von Müll, der sich aber sehr oft vermeiden ließe.

Im eigenen Garten

Selbst kleine Grillfeiern unter Freunden können eine Herausforderung für die Mülltonnen werden. Aus Bequemlichkeit verzichtet man als Veranstalter gerne auf den Abwasch und greift auf Einweggeschirr wie Plastikbecher und Pappteller zurück. Am Grill steht die Alutasse, vielleicht kommt auch das Bier aus der Dose. Das Grillgut ist beim Einkauf oft hinter mehreren Lagen Plastik versteckt.

Und genau hier beginnt die Müllvermeidung. Kauft man das Fleisch direkt beim Fleischer oder am Bauernmarkt, statt fertig mariniert und eingeschweißt im nächsten Supermarkt, so erspart man sich bereits große Mengen an Verpackungsmaterial. Die Qualität rechtfertigt oft den etwas höheren Preis. Selbiges lässt sich von echten Tellern und Gläsern sagen. Alles schmeckt doch gleich viel besser, wenn es vom Porzellanteller gegessen wird. Dafür nimmt man die Mühen des Abwaschs doch gerne auf sich, oder? Und auch die Grillasche muss nicht in den Restmüll. Sie macht (natürlich erkaltet) als Zusatzdünger gute Figur und dient Eigenkompostieren auch als Zuschlag, der Gerüche bindet und den Wasserhaushalt der Komposterde verbessert.

Auch im großen Rahmen

Bei Großveranstaltungen wird die Müllvermeidung aufgrund zahlreicher Hygiene- und Sicherheitsvorschriften schwieriger. Das Land Steiermark hat mit „G’scheit Feiern“ jedoch eine Initiative ins Leben gerufen, die sich diesem Thema widmet. Sie unterstützt Veranstalter bei der Durchführung von „grünen“ Veranstaltungen und setzt auf den Einsatz von wiederwendbarem Geschirr, wie etwa Porzellanteller, Gläser oder abwaschbare Hartplastikbecher. Regionale Produkte sollen unnötigen CO2-Ausstoß durch lange Transporte verhindern und die heimische Wirtschaft stärken. Auch bei der Anreise der einzelnen Gäste sieht „G’scheit Feiern“ erhebliches Verbesserungspotential und will dem Individualverkehr mit Shuttlebussen zur gemeinsamen Anreise einen Riegel vorschieben. Auch die Saubermacher AG engagiert sich mit ihren Event-Services in dieser Initiative.

Restl-Essen mit issmich.at

In Wien gehen drei leidenschaftliche Mülltaucher von Waste Cooking (die wir bereits im Mai interviewt haben) noch einen Schritt weiter und haben mit issmich.at den bisher wohl nachhaltigsten Catering-Service des Landes gegründet. Gekocht wird mit Lebensmittel, die nicht regulär verkauft werden dürfen und ansonsten im Abfall landen würden. Diese werden über ein Partner-Netzwerk bezogen und auch regelmäßig kontrolliert. Verpackt wird das daraus zubereite Essen in Einmachgläsern, ausgeliefert wird soweit möglich auf dem Fahrrad.

wastecooking deluxe© issmich.at

Niemand muss im Sommer auf Feiern, Partys und Festivals verzichten, wenn er der Umwelt einen Gefallen tun will. Es reicht, wenn man etwas bewusster plant und konsumiert und jene Abfälle, die sich nicht vermeiden lassen, in der richtigen Tonne entsorgt. Denn ganz im Sinne der Kreislaufwirtschaft werden aus alten Bierdosen sehr oft neue.

 

 

Titelbild von Dehner Garten Center

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