Da geht ein Licht auf

von Lisa-Maria Ranacher

Leuchtstofflampen haben herkömmlichen Glühlampen einiges voraus. Ob nun geringerer Stromverbrauch oder längere Lebensdauer – die positiven Effekte, die Leuchtstoff- oder Energielampen mit sich bringen, sind nicht von der Hand zu weisen. Die Entsorgung und das Recycling solcher Produkte wird die Abfallwirtschaft künftig aber noch vor große Herausforderungen stellen.

Es werde Licht

Die besondere Zusammensetzung von Quecksilbergas und seltenen Erden wie beispielsweise Yttrium ist es, die unsere Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen zum Strahlen bringt. Durch die Erhitzung wird im Inneren der Lampe ultraviolettes Licht freigesetzt – das Quecksilbergas beginnt zu leuchten. Dieser Effekt ist für das menschliche Auge allerdings nicht wahrnehmbar. Erst die Beschichtung aus Phosphorverbindungen, die an der Innenwand der Lampe angebracht ist, macht das Licht von Leuchtstofflampen für uns sichtbar. Dabei verbrauchen Energiespar- und Leuchtstofflampen nur ein Fünftel des Stromes einer herkömmlichen Glühlampe, leuchten aber 4.000 bis 14.000 Stunden länger.

 

Stell dir vor, es geht das Licht aus

Leuchtstofflampen haben zwar eine längere Lebensdauer als herkömmliche Glühbirnen, jedoch sind auch sie nicht unverwüstlich. Die Stoffe, die uns Licht spenden, stellen zugleich eine große Herausforderung beim Entsorgungs- und Recyclingprozess dar. Ob nun Quecksilber, Yttrium oder Blei – ein beträchtlicher Teil der Leuchtstofflampen besteht aus giftigen Stoffen, die schädlich für den Menschen sind und deshalb nicht im Haushaltsmüll entsorgt werden dürfen. Kleinere Abfallmengen können an öffentlichen Sammelstellen abgegeben werden, während die Weiterverarbeitung von großen Mengen in den Händen der Hersteller liegt. Zu diesem Zweck wurden Rücknahmesysteme entwickelt, die sich um die ordnungsgemäße Entsorgung und das Recycling von Leuchtstoffanlagen kümmern.

 

Leuchtstoffrecycling nach Saubermacher-Art

Das innovative Recyclingverfahren für Leuchtstoffanlagen, das von der Saubermacher AG entwickelt wurde, kommt da genau richtig. Die Anlage, die defekte Leuchtstofflampen auf diese Art entsorgt, nahm im Jahre 2011 erstmals ihre Tätigkeit am Wiener Saubermacher-Standort auf. Sie bietet den Herstellern von Leuchtstoffanlagen die geeignete Technik, um ihre Produkte fachgerecht und so umweltschonend wie möglich zu entsorgen.

In drei verschiedenen Abschnitten wird das defekte Leuchtstoffprodukt zu neuem Leben erweckt – zumindest einzelne Teile davon. Zu diesem Zweck werden entsorgte Lampen zu Beginn vermischt und gebrochen. Erst danach ist es möglich, verschiedene Inhaltsstoffe wie Glas oder Metall herauszutrennen. Dafür werden unterschiedliche Techniken – so zum Beispiel Wind- und Magnetsichtung, Sieben oder Filtern – eingesetzt. Zu guter Letzt wird der quecksilbrige Staub mithilfe eines Riesenventilators abgesaugt. Ein Aktivkohlefilter verhindert, dass Teile des Quecksilbers in die Atmosphäre gelangen.

Rund vier Tonnen Leuchtstofflampen laufen täglich durch die Anlage. Mit jedem einzelnen recycelten Stück treten neue wertvolle Rohstoffe zutage: Der entstandene Eisenschrott wird bevorzugt in der Stahlindustrie verwendet, während sich die Glasindustrie das recycelte Glas zunutze macht. Auch das gewonnene Kupfer und Aluminium wird in der Industrie weiterverarbeitet. Insgesamt können circa 91 Prozent der gewonnenen Materialien wiederverwendet werden und schließen somit den Kreis des Zero Waste.

 

 

 

Weitere Informationen:
Funktionsweise und Vorteile von Leuchtstofflampen

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