40 Tage oder mehr

von Redaktion

Nach einer ausgiebigen Ballsaison, nach lustigen Faschingsfeiern und vielen Faschingskrapfen kommt eine Zeit der Ruhe. Zwischen Aschermittwoch und Ostersonntag motiviert uns die Fastenzeit, doch ein wenig kürzer zu treten, ein wenig gesünder zu leben und uns in Verzicht zu üben. Die einen machen einen Bogen um Fleisch, die anderen um Schokolade. Eine Idee wäre aber auch, auf übermäßigen Abfall zu verzichten.

Das Fasten hat sich in vielen verschiedenen Religionen und Kulturen entwickelt – der Verzicht auf irdische Genüsse sollte die Menschen näher an ihren Glauben bringen. In der Antike verordnete Hippokrates ein Fastenprogramm aber auch aus medizinischen Gründen. Heute fasten sich große Teile der Konsumgesellschaft gesund, entschlacken ihre Körper und vergessen dabei, dass es beim Fasten nicht nur ums Essen geht.

 

Wenig Müll macht wenig Sorge

Wer also nicht ohne Schnitzel und Schoko-Muffin durch die nächsten Wochen kommt, sollte überlegen, stattdessen seiner Mülltonne eine Fastenkur zu verordnen. Und sich bis Ostern (und vielleicht auch darüber hinaus) dem Zero-Waste-Gedanken zu verschreiben.
Gründe dafür gibt es viele. Allein in Österreich fallen pro Kopf und Jahr 117 kg an Verpackungsabfällen an. Wird nicht richtig entsorgt, dauert es rund 700 Jahre bis sich diese Abfälle zersetzen. Dabei wäre ein Großteil davon leicht vermeidbar. Und auch die 157.000 Tonnen an essbaren Lebensmitteln, die in Österreichs Mülltonnen landen, sprechen klar für eine Müll-Fastenperioden.

 

Tipps und Tricks

Fast 200 Plastiksackerl verbraucht jeder EU-Bürger im Durchschnitt pro Jahr. Davon wird jedes einzelne nur etwa 25 Minuten lang verwendet. Beim Einkaufen darauf zu verzichten, ist mit Sicherheit der schnellste und einfachste Weg, mit dem Müllfasten anzufangen. Schwieriger wird es schon, den eigentlichen Verpackungsmüll zu vermeiden, der bei Lebensmitteln und Hygieneprodukten kaum zu umgehen ist. Auf Bauernmärkten, in Bioläden oder auch direkt bei den Erzeugern ab Hof findet man aber Alternativen. Einkaufskorb, Stoffbeutel und diverse wiederverwendbare Behältnisse wie Einmachgläser und Flaschen mitzunehmen, ist dabei Pflicht.
Sehr viel Müllervermeidungspotenzial liegt auch in der Biotonne versteckt. 19 Kilogramm an essbaren Lebensmitteln entsorgt jeder Österreicher pro Jahr – nicht nur in der Fastenzeit sind das 19 Kilogramm zu viel. Ein wöchentlicher Essensplan hilft dabei, effizienter einzukaufen und Reste zu vermeiden.
Viele weitere Tipps zu Zero Waste im Haushalt haben wir in diesem Artikel  zusammenfasst. Und auch die amerikanische Bloggerin und Autorin Bea Johnson hat mit uns Ihre Erfahrungen in einem Interview geteilt.

 

Sie bringt es mit ihrer fünfköpfigen Familie auf 234 Gramm Müll im Jahr. Zero Waste daheim ist also auf jeden Fall möglich. Und wann wäre die Gelegenheit, es mal selbst zu versuchen, besser, als jetzt in der Fastenzeit?

 

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